Extra nach Recklinghausen zum Schlachthof ist Frau Wollnik-Lück gefahren, um das zu besorgen, was der Kurs am 1. Dezember gründlich unter die Lupe nehmen sollte, nämlich Schweinegehirne und Schweineaugen. Vorangegangen war eine Theorieeinheit zum Aufbau des menschlichen Gehirns und des menschlichen Auges, und nun ging es darum, im Rahmen einer Präparationsübung selbst vergleichend tätig zu werden. Für den einen oder die andere dürfte dieses Unterrichtsvorhaben nicht nur ungewöhnlich, sondern auch etwas gewöhnungsbedürftig gewesen sein, aber nach einer kurzen Einweisung war die Skepsis überwunden, die Schülerinnen und Schüler streiften die Latexhandschuhe über und gingen jeweils zu zweit mit wachsender Begeisterung an die Arbeit.

Als Erstes wurden die bereits getrennten Hirnhemisphären eingehend untersucht und im Anschluss daran mithilfe von Stecknadeln bestimmte Bereiche des Gehirns wie zum Beispiel das Broca-Areal und das Wernicke-Zentrum auf der Großhirnrinde markiert, was auch gut gelang, da Säugetiergehirne sehr ähnlich aufgebaut sind. Nach dem Zeichnen und Beschriften der Hirnhälften wogen sie dann die Kursteilnehmer*innen – sie brachten zwischen 90 und 120 Gramm auf die Waage. Zum Vergleich: Das (gesamte) Gehirn eines erwachsenen Menschen wiegt ca. 1100 bis 1600 Gramm. – Auch das Schweineauge wurde zerlegt und einer eingehenden Betrachtung unterzogen.

Fazit: Zwar ist nicht alle Theorie so grau, wie es mitunter heißt, aber eine Präparationsübung vermittelt doch Eindrücke, die Bilder und Schemata so nicht liefern können.

Kommentar zum Projekt: Daumen hoch!

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