(Champagner löst keine Beziehungskonflikte: Ratlosigkeit bei Petra, Karin und Marlene)

Reich beschenkt mit Theateraufführungen wurden wir in diesem Juni.

Wieder einmal zeigten unsere Theatergruppen gegen Ende des Schuljahres, was sie in Monaten intensiver Arbeit einstudiert hatten, und wieder einmal konnte es sich sehen lassen. „Tatort Theater“ nannte der DS-Kurs des Jahrgangs 8 seine szenische Collage, in der er, auch unter Einsatz akustischer Verfremdungsformen und teilweise augenzwinkernd, in diversen Morden eskalierenden Konfliktsituationen nachspürte und sich dabei ganz verschiedener Formate bediente: vom Märchen bis zur Soap. Ganz unterschiedlich, aber durchweg gelungen, waren die Aufführungen der Stufe 9. Während die eine Gruppe das klassische Thema „Erbschaft“ nutzte, um die Stereotypen menschlichen (Fehl)verhaltens zu glossieren, widmete sich die andere mit ihrer Version der Tragikomödie Yvonne, die Burgunderprinzessin von Witold Gombrowicz der zeitlosen Frage, wie ein Soziotop auf jemanden reagiert, der nicht nach seinen Regeln spielt.

Der Q1-Literaturkurs wiederum brachte pünktlich zum 70. Geburtstag von Rainer Werner Fassbinder eine ambitionierte Bearbeitung seines Melodrams Die bitteren Tränen der Petra von Kant auf die Bühne. Fazit: Es waren originelle und abwechslungsreiche Theaterabende, die, das sei ausdrücklich angemerkt, allesamt ein zahlreicheres Publikum verdient gehabt hätten.