seb23

Wortkaskaden und Gedankengirlanden

Wenn das Epos vermutlich die älteste literarische Gattung ist, dann ist der „Poetry Slam“-Text vermutlich die jüngste. Am 4. Juni nun gastierte bei uns kein Epiker, sondern ein Slammer – der aber auch ein Epiker ist: Denn Sebastian23 erzählt Geschichten:

seb23

Hat sein Publikum in der Hand:
Sebastian23

kurzweilige und drastische, philosophische und ironische, Geschichten, die im alltäglichen Leben praktisch auf der Straße liegen, nur dass man ein Auge für sie haben muss, sonst findet man sie nicht. Dass diese Geschichten mit jeder Menge Pointen, Metaphern und Wortspielen gewürzt waren, nimmt nicht wunder: Schließlich ist ein Poetry Slam ein Dichterwettstreit, bei dem eigene Texte ohne Kostüme und Requisiten in einem festgelegten Zeitraum einem – meist recht jungen – Publikum vorgetragen werden, das anschließend Textqualität und Performance bewertet, und ein solches Publikum will erst einmal gewonnen werden. Für Sebstian23 kein Problem: Die „Riesener“-Schüler waren begeistert und werden sein hinreißendes neunzigminütiges Solo todsicher lange in Erinnerung behalten. Danach gab es noch einen Workshop für den Deutsch-Forderkurs der Jahrgangsstufe 9, der sich gerade mit dieser Literaturform beschäftigt. Deutschunterricht bei einem Vizeweltmeister – das ist schon (fast) keine Alltagsgeschichte mehr!