kriegsgefangene

Stolpersteine

Am 28. und 29. Oktober wurden reichsweit etwa 18.000 Juden polnischer Nationalität in ihren Wohnungen oder von der Straße weg verhaftet, in Eisenbahnwagen verladen und über die polnische Grenze abgeschoben. Den Anlass für die sogenannte „Polenaktion“ lieferte das erklärte Vorhaben der polnischen Regierung, längerfristig im Ausland lebenden polnischen Juden die Staatsbürgerschaft zu entziehen.

Von zwei Regierungen faktisch zeitgleich ausgewiesen, irrten die Betroffenen zu Tausenden im Grenzland zwischen Zbaszyn und Neu-Bentschen hin und her, bis Hilfsorganisationen auf polnischer Seite für die elementarste Unterbringung sorgten. 
Zu diesem Personenkreis gehörten auch der Gladbecker Kleinhändler Josef Klingler und seine Frau Rebekka. Der Geschichtsleistungskurs 13/Q2 hat ihr Schicksal recherchiert. Das Ehepaar blieb bis zum Sommer 1939 im polnischen Sammellager Zbaszyn, ging darauf nach Warschau und hat danach noch einige Zeit in Bresznow gelebt. Vermutlich ist es nach dem Überfall auf die Sowjetunion der im Raum Lemberg besonders exzessiv praktizierten deutschen Vernichtungspolitik zum Opfer gefallen.
Am 11. Dezember hat der Kölner Künstler Gunter Demnig vor früheren Wohnungen jüdischer Opfer der NS-Diktatur in Gladbeck erneut 25 „Stolpersteine“ verlegt. Die „Stolpersteine“ in der Friedenstraße 23, früher Bismarckstraße, erinnern an Josef Leib Klingler, Rebekka-Rivka Klingler und ihren Sohn Bernhard, der 1936 von Gladbeck aus nach Palästina emigrierte. Das Riesener-Gymnasium hat die Patenschaft übernommen.

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Opfer der „Polenaktion“. Mitnehmen durften sie etwas Handgepäck und zehn Reichsmark pro Person