Roberta hat etwas Menschliches

WAZ 16.04.2010

zdi-Roberta-Zentrum (Zukunft durch Innovation) im Gladbecker IWG eröffnet. Damit werden nun Roboterkurse speziell für Mädchen angeboten.

Roberta heißt sie, ist etwas eckig und auf den ersten Blick eher unscheinbar. Aber Roberta hat was, was andere Roboter nicht haben: Augen statt Sensoren und einen Namen – mit einem Wort: etwas Menschliches. Und damit erobert Roberta im Fluge die Herzen der Mädchen und weckt ihre Begeisterung für Physik, Mathe, Informatik, Technik.

Dass das so funktionieren kann und langfristig mehr Ingenieurinnen, Physikerinnen, Informatikerinnen und Technikerinnen bringen wird, davon sind alle überzeugt, die an diesem Morgen im Innovationszentrum Wiesenbusch versammelt sind: Joachim Pieper, Vorstand vom VGW (Verein Gladbecker Wirtschaft) und Chef von INEOS-Phenol, Dr. Ralph Angermund vom Innovationsministerium, Bürgermeister Ulrich Roland, Lehrer Peter Martin (Gesamtschule) und viele Kollegen sowie natürlich die Hauptpersonen des Anlasses: Schüler und Schülerinnen von Gladbecker Schulen.

Denn Roberta gibt es seit gestern nun ganz offiziell in Gladbeck als zdi-Roberta-Zentrum – was so etwas wie die kleine Schwester des lange schon etablierten zdi-Zentrums I+I=Z (Ingenieure+Informatiker=Zukunft) ist. Den Grundstein dafür legte der VGW vor zehn Jahren und „aus dem kleinen Pflänzchen ist ein starker Baum geworden, der mit Roberta jetzt zwei Äste hat“, beschreibt VGW-Vorstand Pieper das Projekt, das über viele Jahre allein mit Spenden von Gladbecker Unternehmen und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Technik-Projekte an Schulen initiiert und unterstützt hat. Seit zwei Jahren fördert das Land mit – wenn der Grundstock vorhanden ist. 36 000 Euro musste der VGW in 2009 „locker machen“, damit es die Förderung gibt. „Hat trotz der Krise geklappt“, freut sich VGW-Geschäftsführerin Margret Lindenberg.

Das sind Dinge, die Maximiliane, Caroline, Sevignur, Ahsen, Anastasia und Bianca weniger interessieren. Sie lassen lieber ihren selbst gebauten Kleinroboter aus Legosteinen im Foyer des IWG vor- und rückwärts und im Kreis fahren. Und sind sichtbar stolz auf ihn. Gebaut haben ihn die Mädels der fünften Klassen an der Werner-von-Siemens-Realschule in der (freiwilligen) Technik-AG. „Macht Spaß“, sagt Sevignur. „Ist interessant, man lernt was fürs Leben“, findet Caroline. „Das ist nicht einfach, man muss sich damit befassen“, erklärt Maximiliane. Und was sagen die Jungen dazu? „Die meinen, wir Mädchen können so etwas nicht. Dabei können wir das doch“, sagt Sevignur selbstbewusst. Wetten, dass Roberta das auch findet?!

Maria Lüning