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Riesener will Europaschule werden

WAZ 20.03.2012

Das Riesener-Gymnasium will in den nächsten Jahren sein Profil als Schule mit Sprachschwerpunkt schärfen. Für 2013 strebt die Penne an, als „Europaschule“ durch das NRW-Schulministerium zertifiziert zu werden.

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Insbesondere werde der Schwerpunkt, so Schulleiter Michael Nieswandt im WAZ-Gespräch, im bilingualen Unterricht liegen. „Da gibt es großes Elterninteresse, in diesem Jahr hatten wir erstmals mehr Anmeldungen, als für die Bildung einer Klasse notwendig ist.“ Insgesamt waren es 47 der 104 am Riesener angemeldeten Jungen und Mädchen, die zum kommenden Schuljahr 2012/13 bilingual eingeschult werden wollten.
Folge: Das Riesener wird neben einer 32-köpfigen bilingualen Klasse 5 eine Mischklasse bilden. „Dort gibt es eine Stunde mehr Englisch, und ab der 7. Klasse wird der Unterricht getrennt werden“, erklärt Nieswandt den Kompromiss. In der bilingualen Klasse werden nämlich nach der zusätzlichen Stunde Englischunterricht in den ersten beiden Schuljahren in der Klasse 7 Politik, in der Klasse 8 Geschichte und in der 9. Klasse beide Fächer in Englisch unterrichtet.
Zur Schärfung des Sprachbereichs plant das Riesener-Gymnasium zudem, künftig Spanisch als zweite Fremdsprache bereits ab Klasse 6 neben Französisch und Latein anzubieten. „Bei drei Spanisch-Lehrerinnen sind wir gut aufgestellt, dass wir das neben den Spanisch-Angeboten in den Jahrgängen 8 und 10 stemmen“, erläutert der Schulleiter die Pläne, die auch vorsehen, dass es zur Schärfung des Profils auf Wunsch für Schüler auch ein zweiwöchiges Auslandspraktikum geben soll.
Bei aller Intensivierung des Sprachbereichs werde es aber, so Nieswandt, bei dem Konzept der Bläserklasse bleiben, die zusätzlich eine Stunde Musik hat und musisch-praktischer unterrichtet wird. Das Modell laufe seit fünf Jahren gut, „allerdings zuletzt etwas schleppend“, gibt der Riesener-Chef zu. Als Grund machte er eine gewisse Übersättigung durch das Jeki-Programm („Jedem Kind ein Instrument“) in den Grundschulen aus. Bei 25 Anmeldungen für das nächste Schuljahr sei es schwierig gewesen, eine neue Eingangsklasse zu bilden. Nun habe man sechs Kinder dazu gewonnen, mit denen ein Trommelkurs durchgeführt werde. „Unsere Lehrer sind jedenfalls weiter Feuer und Flamme für die bedarfsgerechte musische Ausrichtung.“
Auch die dritte Klasse, die das Riesener-Gymnasium im Sommer bilden werde, habe einen Schwerpunkt, so Nieswandt. „Diese Kinder werden naturwissenschaftlich gefördert, erhalten eine Stunde mehr Unterricht, der experimentell ausgerichtet ist.“ Im Angebot sei auch ein „Fach mit Seltenheitswert“: Physiktechnik, so der Direktor.
Bei aller Zuversicht weist Nieswandt darauf hin, dass das Riesener acht Schüler „abgeben“ musste. „Da wir auf drei Züge festgelegt sind, durften wir nur maximal 96 Schüler annehmen.“ Langfristig sei das eine Benachteiligung für seine Schule. „Bei guten Anmeldungen haben wir immer größere Klassen, können nie vier kleinere Klassen bilden.“

Georg Meinert