Rettung für Underearth!

Herzklopfen, Begeisterung, manchmal auch ein Kichern: In der Turnhalle des Riesener-Gymnasiums wurde es am 1. Februar so richtig spannend. Wird es dem Dorfmädchen Gala gelingen, das Land Underearth von der Bedrohnung durch Lord Morbus zu befreien, der es mit kannibalischen Woks bevölkern möchte? 

Fast möchte man es bezweifeln, wäre da nicht ihr Freund Gloop, eine Figur ähnlich dem Frodo aus Tolkiens berühmtem Romanzyklus „Der Herr der Ringe". – Eingeladen von der Fachschaft Englisch, zeigte das White Horse Theatre den Schülern der 5., 6. und 7. Klassen „The Dark Lord and the White Witch": eine ausgesprochen originelle Bearbeitung der längst legendären Motive. Natürlich geht es den Darstellern nicht nur darum, ihr junges Publikum zu unterhalten, sie wollen ihm auch zeigen, wie viel Englisch es schon versteht. Und ganz nebenbei wird auch ein wenig Konversation trainiert: Denn für Tipps und Hinweise aus dem Publikum ist die Heldin, die nun leider kein Deutsch versteht, natürlich jederzeit dankbar. (Und als ihr schließlich Blundersquelch, der kleinste Riese der Welt, helfend beispringt, ist sie auch siegesgewiss.)
Das White Horse Theatre, 1978 von Peter Griffith im britischen Somerset gegründet, verlegte 1985 sein „Hauptquartier" nach Deutschland und ist hier inzwischen mit sechs Theatertruppen und außerordentlichem Erfolg unterwegs, um Schülern auf ungewöhnliche Art die eigene Muttersprache nahezubringen. Schließlich stehen sich Briten und Deutsche im Grunde doch näher, als so mancher denkt: Der Name des Theaters verweist auf gemeinsame sprachlich­-kulturelle Wurzeln beider Völker, spielt er doch an auf das legendäre Wappentier der Angelsachsen, die im 5. Jahrhundert ihre norddeutsche Heimat verließen und in Britannien einwanderten.
Am Riesener-Gymnasium haben die Engländer übrigens nicht zum ersten Mal gastiert – und bestimmt auch nicht zum letzten Mal. So dass man, wenn sie 2009 mit einem neuen Stück bei uns auftreten, schon fast wird sagen können: „The same procedure as every year…"