Oral History am Riesener-Gymnasium

 

 
 Blumen und die Jubiläumsfestschrift des Riesener-Gymnasiums als kleines Dankeschön für die Referenten und ihre Dolmetscherinnen

Um die 1.000 Zwangsarbeiter aus dem besetzten Osteuropa sollen in Gladbeck eingesetzt worden sein? Es war unter Umständen lebensgefährlich, ihnen ein Stück Brot zuzustecken? Und wie kann es sein, dass jemand, der im Alter von 16 Jahren Familie und Heimat verlor, um nach Deutschland verschleppt zu werden, nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion als Kollaborateur und Verräter verunglimpft wurde? Aufmerksam, bisweilen auch fassungslos folgten die Schüler der 10. Klassen den Ausführungen von Genja Savolner, Ekaterina Liulkina, Pjotr Bytschkov und Vassilij Bolschakov über ihre schwere und erniedrigende Tätigkeit im sächsischen Uranbergbau, in der Essener Schwerindustrie und in Falkenberger Spinn- und Reparaturwerkstätten während der Zeit des Dritten Reiches. Die Gäste machten dabei deutlich, dass es ihnen nicht um Schuldaufrechnung ging, sondern um Information und Völkerverständigung. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind sie auch publizistisch tätig oder kümmern sich in ihrer Heimat um die Gräber deutscher Soldaten. Am Ende gab es viele Fragen und anhaltenden Beifall für einen Nachmittag, an dem uns ein unrühmliches Kapitel deutscher Historie, aus dem wir alle unsere Lehren zu ziehen haben, nochmals lebendig vor Augen geführt wurde. Die Fachschaft Geschichte möchte an dieser Stelle auch der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Gladbeck-Mitte danken, die dieses Treffen ermöglicht hat.