Informationen zur Oberstufe

Für die weitaus meisten Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ist das Ziel ihrer Schullaufbahn die Hochschulreife. Als Fachhochschulreife kann sie am Ende der Klasse 11 (Qualifikationsphase 1) oder als allgemeine Hochschulreife am Ende der Klasse 12 (Qualifikationsphase 2) mit dem Abitur erlangt werden. Schon vorher, und zwar am Ende der Klasse 10, der Einführungsphase, erwerben Gymnasialschüler/-innen den mittleren Schulabschluss. Diese drei Klassen – sie heißen jetzt Jahrgangsstufen – bilden die Oberstufe des Gymnasiums und unterscheiden sich in ihrer Struktur grundlegend von den vorherigen Klassenverbänden.

Die Klassenverbände werden nämlich aufgelöst; der Unterricht erfolgt jetzt in unterschiedlichen Lerngruppen und Fächern, die in gewissen vorgegebenen Grenzen selbst gewählt werden können, den sogenannten Kursen. Sollte am Riesener-Gymnasium einmal ein Fach nicht angeboten werden können, besteht im Rahmen der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit den beiden benachbarten Gymnasien und der Gesamtschule in der Regel dennoch die Möglichkeit, dieses Fach zu wählen. In der Jahrgangsstufe 10, die der Einführung in das Kurssystem dient, werden nahezu alle Fächer gleichberechtigt mit jeweils drei Wochenstunden unterrichtet. Nur in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Sport findet der Unterricht in dieser Stufe noch innerhalb fester Stammgruppen statt, die von Tutor/-innen betreut werden. An die Stelle der Klassenleitung treten zwei Jahrgangsstufenleiter/-innen, die die Schülerinnen und Schüler beraten und bis zum Abitur begleiten. Der Kontakt ist allerdings nicht mehr ganz so eng wie zuvor zur Klassenleitung, denn die zunehmende Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler, die wir anstreben, äußert sich auch in der Selbststeuerung ihrer Schullaufbahn. Die Stufenleitungen und der Oberstufenkoordinator informieren die einzelnen Jahrgangsstufen zu geeigneten Zeitpunkten über das recht komplexe Oberstufensystem, auch um mögliche Fehler bei der Laufbahnplanung zu verhindern.

Am Ende der Einführungsphase, die mit der Versetzung in die zweijährige Qualifikationsphase abgeschlossen ist, wählen alle Schülerinnen und Schüler aus ihren Fächern zwei Schwerpunkte, die Leistungskurse. Beide Fächer werden dann zwei Jahre lang mit fünf Wochenstunden unterrichtet und sind damit automatisch zwei der vier Abiturprüfungsfächer. Außerdem sind pro Schulhalbjahr sieben bis acht Grundkurse zu belegen, so dass – ebenso wie in der Einführungsphase – im Durchschnitt 34 Unterrichtswochenstunden erreicht werden. Zunehmend werden in der Jahrgangsstufe 11 auch Projektkurse mit künstlerischer oder sozialwissenschaftlicher Ausrichtung angeboten. Neu in der Qualifikationsphase ist die Erteilung von Noten in Form von Punkten. Die in den Leistungs- und Grundkursen sowie in der Abiturprüfung erreichten Punkte summieren sich schließlich zur Abiturdurchschnittsnote.

Trotz dieser Anforderungen beschränkt sich unser Schulleben auch in der Oberstufe nicht auf reinen Unterricht. So absolvieren die Schülerinnen und Schüler in der Einführungsphase ein zweiwöchiges Betriebspraktikum, bei dem der Schwerpunkt auf akademischen Berufen liegen soll, bei Interesse sogar ein mehrtägiges „Schnupperstudium“ an der Universität Duisburg-Essen. Am Ende des Schuljahres steht für die Jahrgangsstufe 10 unser bewährtes Europa-Projekt. Im ersten Jahr der Qualifikationsphase folgen Besuche an Universitäten und Fachhochschulen, außerdem bietet ein Assessment-Center-Training die Möglichkeit, im Hinblick auf die Studien- und Berufsorientierung das eigene Persönlichkeitsprofil zu ergründen. Ein in Kooperation mit der Gladbecker Stadtbücherei durchgeführter Lehrgang, der auf die Anfertigung der obligatorischen Facharbeit vorbereitet, gewährt Einblicke in die Spezifik wissenschaftspropädeutischen Arbeitens. Am Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Jahres der Qualifikationsphase nehmen alle Schülerinnen und Schüler in ihren Leistungskursen an mehrtägigen Workshops teil, die auch mit Kursfahrten bzw. Exkursionen verbunden sein können. Nicht vergessen sei zu guter Letzt die Möglichkeit der Mitwirkung in den verschiedenen Abiturkomitees, die, von den „Mottotagen“ bis hin zum Abiturgottesdienst, weitgehend in Eigenverantwortung die zahlreichen Feierlichkeiten koordinieren, mit denen eine erfolgreiche Schullaufbahn am Riesener-Gymnasium zu Ende geht.