Nach der Flugzeugkatastrophe in Frankreich hatten unsere Religionsschüler eine Idee.

Am 25. März, einen Tag nachdem eine Germanwingsmaschine auch mit einer Schülergruppe aus Haltern an Bord in den französischen Alpen abgestürzt war, trafen sich die evangelischen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 wie gewohnt zum Religionsunterricht. Aber nichts war wie sonst. Die Kursteilnehmer und auch die unterrichtende Lehrerin waren so aufgewühlt, dass sie den Lehrplan Lehrplan sein ließen und stattdessen über die Katastrophe sprachen. Einige Schülerinnen und Schüler kannten in ihrem entfernten Umfeld jemanden, dessen Kind in diesem Flugzeug gesessen hatte. Es gab viel zu reden. Aber dann: Was tun? Nur traurig sein? Was bedeutet es, in solch einer Situation Religionsunterricht zu haben? Und die Kinder hatten Ideen: Sie wollten Briefe schreiben mit Psalmtexten und Gebeten für die Opfer, für deren Angehörige, die Mitschüler und die Freunde. Denn den Schülerinnen und Schülern wurde bald bewusst, wie schwierig es ist, in solch einer Situation eigene Worte zu finden – zumal dann, wenn man die Adressaten nicht persönlich kennt. Sie wollten Anteilnahme ausdrücken, aber sich niemandem aufdrängen und niemanden vor den Kopf stoßen.

Die Gruppe einigte sich auf Folgendes: Am Freitag brachten alle, die wollten, Brief, Kerze und Selbstgebasteltes mit in die Schule. Annika und Blanka sammelten alles in einem Karton und fuhren gemeinsam mit Blankas Großvater nach Haltern, um die Gladbecker Grüße persönlich im Joseph-König-Gymnasium abzugeben.

Danke an die beiden Botinnen für ihren Mut, sich auf diesen Weg zu machen.