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Im Tagebau Garzweiler

Ein Exkursionsbericht des Erdkundekurses der Jahrgangsstufe 11

Pünktlich eine Stunde zu früh kamen wir am 22. Juni 2009 im Tagebau Garzweiler I im Städtedreieck Aachen – Köln – Mönchengladbach an. Nachdem die Zeit so sinnvoll wie möglich mit Fußball und Kartenspiel verbracht worden war, ging es auch schon los mit der Führung durch das Braunkohlerevier – angeführt von unserer Expertin Frau Schneider von RWE Power.

 

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Der Tagebau…

 Zunächst wurden wir im Infocenter mit allgemeinen Informationen über Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Tagebaus versorgt. So erfuhren wir zum Beispiel, dass in Garzweiler I bis 2044 noch 35 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut werden sollen, bevor dieses Areal danach zu einem See umgewandelt wird.
Dann begann die eigentliche Tour. Mit dem Bus fuhren wir durch den Tagebau und konnten uns die bisher nur aus dem Unterricht bekannten Geräte und Anlagen aus nächster Nähe anschauen. Im Rheinischen Braunkohlerevier  verlaufen 80 km Förderbänder und es arbeiten hier insgesamt 17.000 Mitarbeiter, wovon allerdings nur jeweils vier benötigt werden, um einen der großen Bagger zu betreiben. Diese Bagger sind sechs Tage in der Woche aktiv und  sowohl dafür zuständig, die Erde auf der so genannten Gewinnungsseite mit der Braunkohle abzutragen, als auch dafür, den Abraum auf der Verteilerseite wieder gleichmäßig zu verteilen, damit die Löcher gefüllt werden und diese Fläche später wieder genutzt werden kann. Bisher wurden 200 km² von insgesamt 288 km² Fläche im Tagebau Garzweiler I wieder rekultiviert, d. h. für Land- oder Forstwirtschaft nutzbar gemacht. Dabei kommt RWE Power 21 Jahre für die finanzielle Absicherung der Landwirte auf.
Doch mit dem Kohlebabbau sind auch noch andere Probleme verbunden, von denen wir insbesondere im zweiten Teil unserer Tour erfuhren, als wir nun auf eigene Faust die Ortschaften Königshoven und Otzenrath besuchten. Da viel Platz für den Tagebau benötigt wird, müssen Ortschaften und Dörfer umgesiedelt werden, die z. T. bereits im Mittelalter entstanden sind. Die frühere Struktur des Ortes wird dabei nicht 1:1 umgesetzt, sondern vielmehr an praktische Gegebenheiten angepasst. Auch deshalb konnten wir in Otzenrath, einem Ort, der bis 2011 umgesiedelt werden soll, viele Protestplakate mit der Aufschrift „Ja zur Heimat! Stop Rheinbraun! Wir bleiben hier!“ sehen.
Nach insgesamt 3 ½ Stunden war unsere Exkursion in den Tagebau Garzweiler dann beendet und wir konnten mit vielfältigen Eindrücken am frühen Nachmittag wieder in unsere Heimatstadt aufbrechen – die hoffentlich niemals umgesiedelt werden muss. 

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… und seine Besucher