Im Fokus: Darstellendes Spiel / Kunst

Praktische, wenngleich theoretisch fundierte Theaterarbeit ist nicht nur die ideale performative Ergänzung des Deutschunterrichts, sie vermittelt den Schülern auch Selbstbewusstsein und Körperbeherrschung, sie verlangt Team- und Kritikfähigkeit, Konzentration sowie emotionale Intelligenz, sie trainiert das Gedächtnis und schafft – durchaus im Kontrast zu eher analytisch angelegten Disziplinen – Grundlagen im assoziativen Denken.

Aus diesen Gründen wird am Riesener-Gymnasium für die Jahrgangsstufen 8 und 9 das Fach „Darstellendes Spiel / Kunst“ angeboten.
Geht es im ersten Unterrichtshalbjahr noch hauptsächlich um die Förderung der Spielbereitschaft durch Interaktions- und Regelspiele sowie Vertrauens- und Konzentrationsübungen, auch um die Heranführung an theatrale Mittel wie Raum, Bewegung, Sprache und Musik, so stehen dann recht bald freie und gebundene Improvisationen sowie eigene Bearbeitungen vorgegebener oder selbst verfasster Textvorlagen im Mittelpunkt. Aus den Ergebnissen formt sich schließlich eine Szenenfolge zu einem bestimmten Rahmenthema, die eingeübt und öffentlich aufgeführt wird. Im zweiten Unterrichtsjahr erarbeiten die Kurse dann ein Drama aus dem klassischen Repertoire.
Der Bereich „Dramaturgie und Konzeption“ verknüpft den Praxisteil mit dem Theorieteil, in dem ansonsten Grundkenntnisse von Theaterformen, -fachbegriffen und -geschichte vermittelt, aber auch geeignete Recherchewege und Kriterien für die kritische Reflexion erschlossen werden. Aufgaben für die Klausuren sind u. a. das Verfassen von Rollenbiographien, Adaptionen dramatischer oder nichtdramatischer Texte als Szenenprotokolle für die Eigenproduktion und das Verfassen von Rezensionen nach fachspezifischen Kriterien. Denn zum Programm der Kurse zählen selbstverständlich auch Theaterbesuche.
Nebenbei gesagt: Auch für das Leben wird in diesem Fach so einiges gelernt. Wer hier einmal erlebt hat, wie der Ausfall eines Einzelnen das Arbeitsergebnis aller gefährdet, wird künftig wissen, wie wichtig für ein Team hundertprozentige Zuverlässigkeit ist – und dass es immer einmal Situationen gibt, in denen man an notgedrungenen Improvisationen nicht vorbeikommt. Das rechtzeitig zu lernen zahlt sich später hundertprozentig aus.