Gemeinsam gegen das Vergessen

 

 
 Ab 1935 werden die Personalausweise jüdischer Bürger mit einem „J“ gekennzeichnet
 
 Verbrennungsofen im Konzentrationslager Bergen-Belsen

Am 11. August 1935 beschloss der Rat der Stadt Gladbeck ein – alsbald umgesetztes – Programm zur „Bekämpfung des Judentums“, womit er den Nürnberger Rassegesetzen freiwillig vorgriff und sogar gegen Verbote des Regierungspräsidenten verstieß.  „Offensichtlich war dem Gladbecker Rat die Parteilinie nicht antisemitisch genug“, heißt es dazu in einer Informationsschrift des Stadtarchivars Rainer Weichelt. Dieser blamable Vorgang ist einer der Gründe dafür, dass sich die im „Gladbecker Bündnis für Courage“ zusammengeschlossenen Schulen und Institutionen der von dem Kölner Bildhauer Gunter Demnig initiierten „Aktion Stolpersteine“ angeschlossen haben. Das Ziel des Projekts besteht darin, dass vor jedem Haus, in dem jüdische Bürger bis zu ihrer Deportation gelebt haben, ein „Stolperstein“ mit den wichtigsten biographischen Angaben niveaugleich ins Straßenpflaster eingelassen wird. Hinzu kommt eine Dokumentation des Schicksals der jeweiligen Familie, der umfangreiche Archivrecherchen vorausgehen müssen. Am Riesener-Gymnasium haben Schüler der Jahrgangsstufe 10 diese Aufgabe übernommen. Der Termin für die Verlegung der ersten Stolpersteine ist der 31. März 2009.