Schulband

Eineinhalb Jahre Schulband – der ganze normale Wahnsinn…

Eineinhalb Jahre Schulband – der ganze normale Wahnsinn…

Musik bedeutet viel. Sie geht ins Blut. Sie transportiert Gefühle: Spaß, Freude, Melancholie… Doch um selbst Musik zu machen, muss man sich in der Materie auskennen – und man muss selbst etwas draufhaben. So entsteht leicht eine Hemmschwelle, die es für jeden angehenden Musiker zu überwinden gilt. Oft spielt Angst vor Versagen eine große Rolle –  Angst, zu schlecht zu sein, um seinen musikalischen  Fähigkeiten freien Lauf zu lassen. Doch aus jedem Laien kann ein Profi werden. Auf eigene Art, mit ganz individueller Entwicklung.

Dass seit der Auflösung der Truppe um Herrn Döing eine Band an unserer Schule fehlte, war jedem selbsternannten Musiker, aber auch Schulbandjedem Musikliebhaber bekannt. Es fehlte aber auch an musikinteressierten Lehrern, die Engagement zu etwas Derartigem zeigten. Bis Herr Malzahn kam. Selbst jahrelanger Gitarrist, rief er kurz nach seinem Unterrichtsdebüt am Riesener-Gymnasium die Arbeitsgemeinschaft „Schulband“ ins Leben. Schnell fanden sich Sympathisanten ein, und so begann alles seinen Lauf zu nehmen.

Obwohl manche Instrumente zunächst mehr oder weniger provisorisch besetzt waren, fand sich doch auch das ein oder andere für eine Rockband eher außergewöhnliche Tonwerkzeug ein: Zum Grundgerüst Gitarre –  Schlagzeug – Bass fügten sich Klavier, Klarinette, Trompete und Keyboard. Auch bis dato noch nie gehörte Percussion fand Verwendung. Genauso wichtig wie für den Künstler der Pinsel ist für eine Band selbstredend der Gesang, der grandios besetzt werden konnte.

Schon nach wenigen Proben war allen bewusst, dass man gut miteinander harmonierte –  und dies bewies man schließlich auch vor großem Publikum: sowohl beim 100. Geburtstag des Riesener-Gymnasiums als auch beim Weihnachtskonzert und beim Schulfest nach der letzten Projektwoche.

Die Anfänge der Band liegen nun schon mehr als eineinhalb Jahre zurück. Während dieser Zeit gab es erfreuliche und ernüchternde Momente, Ab- und Zugänge. Aber niemand hat die Band aus Desinteresse verlassen, vielmehr sahen sich manche Bandmitglieder gezwungen, in tiefer Trauer einen anderen Weg einschlagen. Denn bei uns fühlt sich jeder wohl: In der Band gibt es sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder, Siebtklässler wie auch Dreizehner. Zugegeben, manchmal fällt es uns selber schwer, die erzeugten Geräusche auszuhalten. Dennoch gibt es bei jeder Probe Ergebnisse, die sich sehen – oder besser: hören – lassen können, Ergebnisse, die die Gruppe gemeinsam erarbeitet hat – obwohl „erarbeitet“ hier in einem ganz eigenen Sinne zu verstehen ist: Denn das wöchentliche Proben nach dem Unterricht sehen wir nicht als Arbeit, sondern als mit Spaß verbrachte Freizeit an.

Spaß – ja, es macht Spaß, ein Mitglied der Schulband zu sein. Es macht Spaß, sich bis an seine musikalischen Grenzen vorzuwagen. Es macht Spaß, die sozialen Kontakte, die durch das gemeinsame Musizieren über Altersgrenzen hinweg geknüpft werden, zu pflegen und auszubauen. Es macht Spaß, Neues kennen zu lernen und seinen eigenen Horizont zu erweitern.

So bleibt letztendlich zu hoffen, dass auch andere, insbesondere unsere Zuhörer, mitbekommen, dass wir alle mit Herzblut bei der Sache sind – und dass diese Schulband mehr als eine gewöhnliche Arbeitsgemeinschaft ist.

Tatjana Hüning