Dankesrede von Benjamin Golik

Im Juni 2007 wurde vom Ehemaligen-Verein ein Riesener-Preis für Schüler bzw. Schülergruppen der Jahrgangsstufen 12 und 13 eingerichtet, mit dem Jahr für Jahr besonderes soziales Engagement in und außerhalb der Schule, Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit im zwischenmenschlichen Umgang sowie herausragende schulische Leistungen gewürdigt werden sollen. Eine Jury wählt auf der Basis schriftlich begründeter Vorschläge mehrere Kandidaten aus, dann wird innerhalb der beiden Jahrgangsstufen und im Kollegium abgestimmt.

Ausgezeichnet mit dem Riesener-Preis wurden

  • im Schuljahr 2006/07: Benjamnin Golik
  • im Schuljahr 2007/08: Jennifer Geiger
  • im Schuljahr 2008/09: Georg Grewer
  • im Schuljahr 2009/10: Timm Reißig
  • im Schuljahr 2010/11: Jonathan Liebers
  • im Schuljahr 2011/12: Dominik im Winkel
  • im Schuljahr 2012/13: Laura Wehling
  • im Schuljahr 2013/14: Tim Sender
  • im Schuljahr 2014/15: Marie Makowka und René Zeidler

Lesen Sie hier die Dankesrede des ersten Preisträgers in geringfügig gekürzter Form.

Am heutigen Tag, dem 16. Juni 2007, endet offiziell unsere Schulzeit. Viele von uns verbinden damit auch das Ende des nervtötenden Lernens, das ersehnte Ende eines schier unendlichen Kreislaufs von Lernen und Prüfungen.

Interessant ist jedoch, was Henry Ford zu diesem Thema sagte: „Jeder, der aufhört zu lernen, ist alt, mag er 20 oder 80 Jahre zählen. Jeder, der weiter lernt, ist jung, mag er 20 oder 80 Jahre zählen.“ – Das Lernen endet also nicht automatisch mit einem bestimmten Alter. Wer es freiwillig einstellt, setzt sich dem mentalen Alterungsprozess aus. Und: Lernen ist durchaus nicht die Plage, als die wir es oftmals angesehen haben. Nein! Lernen kann stärken, erbauen und sogar Spaß machen.

Wenn man nur lernt, weil man es muss, fehlt natürlich die richtige Motivation. Dies führt dann zu dem bekannten Minimalprinzip: „Hauptsache, ich habe mein Abitur. Alles andere ist mir egal.“ – Aber gibt es nicht auch Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren sammeln konnten und die heute einen jeden von uns bereichern? Haben wir nicht gelernt zu analysieren, zu studieren und zu präsentieren?

Wir haben also vor allem gelernt zu lernen!

Unser Abitur ist nicht nur ein Zertifikat, welches uns erlaubt, Hochschulen zu besuchen. Es ist auch kein Zeichen für Intelligenz, wofür es oftmals fälschlich gehalten wird. Und es gibt uns auch nicht das Recht auf eine besondere Stellung in der Gesellschaft. Schon Konfuzius warnte vor dieser Hybris, als er sagte: „Im Altertum lernte man, um sich selbst zu vervollkommnen; heute dagegen lernt man, um anderen gegenüber etwas zu gelten.“ – Warum haben nun wir für das Abitur gelernt? Um für besonders klug gehalten zu werden? Um innerhalb der Gesellschaft Ansehen zu erwerben? Sicherlich mögen das einige Motive gewesen sein. Aber sollte es beim Lernen nicht zuallererst um den Spaß daran und um die Freude über Erfolge gehen?

Lernen – man kann es mit gesunder Ernährung vergleichen. Uns allen schmeckt ab und zu ein Hamburger von McDonald’s oder ein Doppel Whopper von Burger King. Doch was würde passieren, wenn wir ausschließlich Fastfood zu uns nähmen? Wir würden unseren Körper ruinieren. – Sollten wir es nicht besser öfter mit ein paar Äpfeln probieren? Sie sind zwar nicht so schön verpackt wie der Hamburger und nicht so würzig wie der Doppel Whopper, aber gesünder sind sie allemal – und man kann sich an sie gewöhnen. Letztlich ist man, was man isst.

Dieser Satz lässt sich durchaus auf unseren Geist übertragen. Unser Denken, unsere Vorstellungen und unser Horizont werden sich an das anpassen, was wir in uns aufzunehmen bereit sind. Eine Talkshow ist sicherlich kurzweiliger als ein anspruchsvolles Buch. Doch wenn wir uns an anspruchsvolle Kost gewöhnen, wird sich unser geistiger Körper auf sie einstellen. Auf diese Weise halten wir ihn fit und beweglich und bleiben mental stets jung – und das Lernen wird uns genauso erfreuen wie ein schmackhaftes, ausgewogenes Mahl.

In den vergangenen Jahren habe ich versucht, diesen Grundsatz umszusetzen, was nicht immer leicht war. Wer ist beliebter? Derjenige, der mit einem Korb Äpfel in die Klasse kommt, oder derjenige, der gerade bei Burgerking eingekauft hat? Insofern war es für mich nicht immer leicht, bei den genannten Prinzipien zu bleiben.

Aber heute bin ich froh, dass ich hier stehen darf, um den ersten Riesener-Preis entgegenzunehmen. Mein Dank gilt dem Verein der Ehemaligen und den Lehrern, die ihn ins Leben gerufen haben. Und auch meinen Schulkameraden möchte ich danken. Möge dieser Preis dabei helfen, zukünftige Schülergenerationen zu motivieren, beim Lernen ihr Bestes zu geben! Möge er daran erinnern, dass Lernen Spaß macht – und auch an das, was Henry Ford über das Lernen sagte:

„Jeder, der aufhört zu lernen, ist alt, mag er 20 oder 80 Jahre zählen. Jeder, der weiter lernt, ist jung, mag er 20 oder 80 Jahre zählen.“