Viktorianische Bescherung

Benedikt Vermeer (Schauspiel), Ihno Tjark Folkerts (Violine) und Suren Anisonyan (Violoncello), die als Trio LiMUSiN im deutschen Sprachraum seit nunmehr acht Jahren mit szenisch-musikalischen Abenden erfolgreich sind, können am Riesener-Gymnasium schon fast als alte Bekannte gelten. Wie bereits in der Jubiläumsfestwoche bezogen die Künstler auch diesmal interessierte Schülerinnen und Schüler aktiv in ihre Aufführung ein – nur dass am 4. Dezember keine Schauergeschichte von Wilkie Collins umzusetzen war, sondern die vielleicht bekannteste Weihnachtserzählung der Welt: „A Christmas Carol in Prose“ von Charles Dickens. Gespannt verfolgte unsere Erprobungsstufe die Bekehrung des habgierigen Misanthropen Ebenezer Srooge zum „Beinahe-Altruisten“; für musikalische Glanzpunkte sorgten vor allem Kompositionen von Johann Sebastian Bach.

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Wie verbessert man einen Geizhals?
Riesener-Schüler leisten als Geister pädagogische Hilfestellung

Welches Haustier ist am beliebtesten?

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Ein guter Jahrgang: Die Sieger des Science-Fair-Wettbewerbs 2008
Foto: Jan Dinter

Wie in jedem Herbst waren auch 2008 die Schülerinnen und Schüler unserer achten Klassen aufgerufen, eigenständig zu einem Problem oder Thema, das sie sich selbst stellen und das aus ihrem Alltag stammt, eine kleine wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen und ihre Ergebnisse der Schulöffentlichkeit zu präsentieren. Und wie in jedem Jahr fiel es der aus Lehrern, Eltern und Oberstufenschülern bestehenden Jury nicht leicht, aus den zahlreichen ansprechenden Projekten die besten auszuwählen. Kein Wunder, dass es im Rahmen der Klassenverbände jeweils mehrere dritte und zweite Plätze gab! Auf Schulebene allerdings war die Entscheidung eindeutig: Dritter wurde Nick Birken mit seiner auf die derzeitige Datenschutzdiskussion bezogenen Erhebung „Wie viele Informationen geben Gladbecker am Telefon her?“. Mario Alexander Holubek schaffte es mit seinem Projekt „Blink mal wieder!“ auf Platz 2. Auch im Vorhaben der Schulsiegerin Lisa Marie Graßmann ging es ums Autofahren; sie widmete sich der Frage: „Wer parkt besser ein, Mann oder Frau?“ Mit ihrer ebenso aufwändigen wie brillant durchgeführten und dokumentierten Untersuchung gelang ihr der Nachweis, dass in manchen Klischees eben doch ein Realitätskern steckt. (Aber Frauen fahren schließlich auch seltener.)

Der Chor

Mit Musik geht alles besser!


Erprobungsstufenchor

Der Erprobungsstufenchor ist ein Angebot an die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6. Geprobt wird einmal wöchentlich; in unregelmäßigen Abständen findet am Samstagvormittag ein „Chormorgen“ statt, an dem das Repertoire in einer längeren Arbeitsphase noch intensiver einstudiert werden kann.

Gesungen werden neben Stücken, die die Chorleiterin vorschlägt, auch Lieder, die von den Schülerinnen und Schülern mitgebracht werden. Die Themen und die Musik sind vielfältig: Besungen werden alltägliche Begebenheiten, Jahreszeiten, Sorgen, Wünsche usw.; gesungen werden Spaßlieder, Rock- und Popsongs, Raps usw. Begleitet werden die einzelnen Titel entweder live am Klavier oder von Playback-CDs.

Das gemeinsame Singen lässt den Schülerinnen und Schülern viel Freiraum, sich zu öffnen und „loszulassen“. Dabei werden die Anstrengungen des Unterrichtsvormittags schnell vergessen. Im Miteinander-Musizieren werden vielfältige soziale Fähigkeiten gefördert, u. a. aufeinander zu hören, Rücksicht zu nehmen, auch sich im Interesse des Ganzen unterzuordnen – und dies alles mit viel Spaß und Freude!

Höhepunkte sind natürlich die Auftritte des Chors, so z. B. am Tag der offenen Tür, in der Weihnachtszeit, vor den Sommerferien oder zur Begrüßung der neuen Fünftklässler.

Schließlich ist es gerade für unsere Jüngsten wichtig, dass sie sich als ein Bestandteil des Schullebens begreifen und so noch mehr mit „ihrer“ Schule identifizieren können – und dazu tragen die Auftritte maßgeblich bei.

Mittelstufenchor

Der Mittelstufenchor ist ein Angebot an die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10. Erarbeitet werden Rock- und Popsongs, dabei vor allem Lieder, die sich thematisch mit der Lebenssituation Jugendlicher befassen. Die Musikrichtungen reichen von Soul, Balladen und Liebesliedern bis hin zum Rap.

Am Anfang jeder Chorstunde erfolgt eine Einführung in die Stimmbildung. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Stimme bewusst als körpereigenes Instrument wahrnehmen und einsetzen.

Schwerpunkt der chorischen Arbeit ist das Einüben mehrstimmiger Arrangements. Hierbei eröffnet sich nicht zuletzt die Chance, die Distanz zwischen Lehrenden und Lernenden aufzubrechen und so eine entspannte Arbeitsatmosphäre herzustellen. Somit ist neben der musikalischen Arbeit immer auch soziales Lernen wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Arbeit.

Vokalpraxis in der Oberstufe

Ihren krönenden Abschluss findet die „Chorkarriere“ einer Riesener-Schülerin oder eines Riesener-Schülers indes in der Teilnahme am vokalpraktischen Kurs in der Oberstufe.

Erarbeite werden mehrstimmige Stücke aus verschiedenen Gattungen (Pop, Rock, Balladen, klassisches Repertoire), die sowohl mit Begleitung als auch a capella aufgeführt werden. Die Kursteilnehmer können hier genauso wie im Fach Kunst oder im Theaterprojekt ihren individuellen künstlerischen Begabungen nachgehen und so auch eine Voraussetzung für die Zulassung zum Abitur erfüllen. Höhepunkt und Abschluss der zwei aufeinander folgenden Halbjahre – in der Regel für den Jahrgang 12 angesetzt – ist ein Chorkonzert.

Musikalisches Erleben findet auch hier immer in der Gruppe statt; dies eröffnet die Chance nicht nur zu neuen individuellen, sondern auch zu aufschlussreichen sozialen Erfahrungen. Erfolgreich ist der vokalpraktische Kurs dann, wenn die Schülerinnen und Schüler sagen: „Musik anzuhören ist gut, selber singen ist besser!“

Dritte Fremdsprache

Die dritte Fremdsprache


Als dritte Fremdsprache können unsere Schülerinnen und Schüler Französisch, Latein, Spanisch oder Russisch anwählen. Der Unterricht in der dritten Fremdsprache wird zum Teil in Kooperation mit den anderen Gladbecker Gymnasien durchgeführt.

Im Fokus: Informatik

Im Fokus: Informatik



Der Informatikunterricht in den Jahrgangsstufen 8 und 9 bietet den Schülerinnen und Schülern nicht nur die Möglichkeit, sich in Anwendersysteme einzuarbeiten, sondern befähigt sie auch dazu, Methoden der Softwareentwicklung vom Entwurf über die Realisierung bis hin zur Fehlerbehebung praktisch zu erproben. Dabei werden vor allem kooperative Unterrichtsformen genutzt, die einen modernen und effizienten Arbeitsprozess gewährleisten. Die Entwicklungsumgebungen für eigene Softwareprojekte sind altersstufengemäß zunächst auf grafische Programmierelemente reduziert und werden dann in Richtung textbasierte Programmierung erweitert.

Die Schülerinnen und Schüler lernen in Jahrgangsstufe 9 im Schwerpunkt „Arbeitsweise von Computersystemen“ insbesondere, dass der Computer nicht bloß eine „Blackbox“ ist, die sich zum Lösen von kleinen Alltagsherausforderungen eignet, sondern ein komplexes System atomarer Verarbeitungstechniken, die sich alle auf den binären Zustand „Null“ und „Eins“ zurückführen lassen.

In selbst entworfenen Schaltungen werden mit diesen elementaren Zuständen eindrucksvolle Ergebnisse erzielt – wie beispielsweise die automatisierte Steuerung eines Ampelsystems, eines Lauflichts oder einer 7-Segment-Anzeige. Dabei wird besonderer Wert auf den Bezug zur Alltagswelt der Schülerinnen und Schüler gelegt.

Auch der häufig nur beiläufig angesprochene Aspekt der Datensicherheit und der zentralen rechtlichen Bestimmungen im Internet, etwa im Hinblick auf die Nutzung fremder Inhalte, findet am Riesener-Gymnasium die gebotene Berücksichtigung.


Unterrichtsinhalte

Jahrgang 8

Anwendersysteme

  • Tabellenkalkulation mit Excel oder Libre Office Calc., Erstellung einfacher Rechenblätter, Formatierungen, Anwendung von Formeln, relativen und absoluten Bezüge etc.
  • ggf. Verknüpfung von Excel und Word bzw. Libre Office Writer und Calc: Erstellung von Serienbriefen, Datenbanken (z. B. Access)

Methoden der Softwareentwicklung 

  • Einstieg ins Programmieren mit Scratch, Erstellung einfacher Animationen,   Kennenlernen von verschiedenen Schleifen etc.
  • Programmieren mit WinLogo und/oder Hamstersimulator, einfache Grafikanwendungen, Schreiben von eigenen Prozeduren mit Variablen und Schleifen, Rekursion etc.

Jahrgang 9

Arbeitsweise von Computersystemen

  • Rechnerarchitekturen (von Neumann Rechner).
  • Umwandeln von Dezimal- und Binärzahlen und anderen Zahlensystemen, Rechnen mit Binärzahlen (insb. Einer- und Zweierkomplement)
  • Schaltwerke und Schaltnetze (Gatter, Addierer, DNF, KNF, KV-Diagramme, Flipflops). Zur Visualisierung wird die freie Software LogiSim eingesetzt.
  • Kryptographie: einfache Verschlüsselungsverfahren (Skytala, Cäsar, Vigenere), ggf. Implementation in Excel

Simulation

  • Petri-Netze: Netzgraphen, ST-Systeme, Erzeuger-Verbraucher-Systeme, Deadlock, Nebenläufigkeit, Synchronisation, Erreichbarkeitsanalyse (Tabelle, Graph)
  • Kara: einfache Automaten und zustandgesteuertes Programmieren
  • Medienerziehung: Das Internet – ein rechtsfreier Raum?

Es sollen Probleme und Gefahren mit den Schülerinnen und Schülern besprochen, ggf. auch auf aktuelle Ereignisse eingegangen werden.

Horror pur am „Riesener“!

Keltisch-angelsächsisches Brauchtum hat längst auch bei uns Einzug gehalten: Die fünften Klassen gruselten sich jedenfalls ordentlich bei ihrer Halloween-Party,

 

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Das etwas andere Bewerbungsfoto. Zwei Unholdinnen aus der Klasse 5b.

Gegen 19.00 Uhr fing die schaurige Party an. Nachdem alle eingetrudelt waren und sich überrascht das geschmückte Klassenzimmer angesehen hatten, spielten wir Kürbissalat. Das ging so: Jedes Kind bekam ein Symbol. Zur Auswahl standen Hexe, Kürbis, Gespenst und Spinne. Nun stellte sich einer unserer Paten in die Mitte unseres Kreises und nannte zum Beispiel das Symbol Kürbis. Jetzt mussten alle Kürbisse von ihrem Platz aufstehen und sich ganz schnell einen neuen suchen. Der Kürbis, der keinen Platz mehr gefunden hatte, stellte sich in die Mitte und nannte ein neues Symbol. So ging das Spiel dann immer weiter. Anschließend spielten wir „kotzendes Känguru“. Dieses Spiel war der Hit des Abends.

(Hanna)

Danach bekamen wir das Essen. Jedes Kind musste 2 Euro mitbringen, damit unsere Paten Pizza bestellen konnten. Es gab Salami-, Thunfisch- und Margheritapizza. Doch nicht nur die Pizza hat gut geschmeckt, sondern auch der selbst gemachte gruselige Wackelpudding. Natürlich waren wir auch alle verkleidet. Jeder hatte ein tolles Kostüm. Hannah war eine schreckliche Hexe, Alina ein gruseliger alter Teufel und Julia ein Vampir. Nasrin hat mit ihrem schaurigen Kostüm sofort den ersten Platz ergattert. Den zweiten Platz hat Johanna mit ihrem tollen Hexenkostüm gewonnen. Den dritten Platz holte sich Annika mit einem roten Teufelskostüm. Doch auch die Jungen und Mädchen, die keinen vorderen Platz belegt haben, bekamen zum Schluss einen kleinen Trostpreis. Natürlich fand die Jury alle Kostüme toll, doch es konnten leider nur die besten drei Kostüme gewinnen.

(Julia)

Anschließend ging die Nachtwanderung los. Weil es draußen nass und regnerisch war, liefen wir durch das Schulgebäude. Immerhin war es jetzt stockdunkel. Alle waren gespannt, als es im Fahrradkeller losging. Wir teilten uns in Gruppen auf. Plötzlich erlosch das Licht. Totenstille… Langsam gingen wir weiter. Nun konnte man die Hand vor den Augen nicht mehr sehen. Plötzlich kam ein als Zombie verkleideter Jugendlicher angerannt. Die Schülerinnen und Schüler erschraken und quetschten sich schreiend in eine Ecke. Dann mussten wir, was besonders schrecklich war, durch den Gang zum Musikraum. Bevor wir aber dort ankamen, lag noch die große Treppe vor uns. Auf dieser lag ein verkleideter Leichnam. Nun wollte wirklich niemand mehr weiterlaufen, weder vor noch zurück. Uns blieb aber keine andere Wahl! Die Jungen und Mädchen nahmen ihren ganzen Mut zusammen und spurteten los. Langsam rappelte sich der tote Junge auf und schlich hinter uns her. Lange Zeit merkte niemand etwas. Doch als wir dachten, alle Vampire, Zombies und sämtliche andere „Untoten“ wären überwunden, tauchte der Zombie von der Treppe noch einmal auf. Alle rannten den Gang entlang in ihre Klassen zurück.

(Annika)

Als sich alle Schüler wieder einigermaßen beruhigt hatten, gingen wir durch den kleinen Schulwald. Dort lauerten überall dunkle Gestalten. Mit Fackeln verfolgten sie uns bis zur Straße. Zwischendurch krochen immer wieder Monster aus dem Gebüsch und erschreckten uns mit schaurigen Lauten. Anschließend (wir kamen heil wieder in der Schule an) machten wir noch Fotos mit den Monstern. Jetzt war es hell und wir konnten erkennen, dass unter den Masken ganz normale Menschen versteckt waren. So ging eine tolle Halloweenparty zu Ende. Diese Erlebnisse wird so schnell niemand mehr vergessen!

(Alina)

Mit brasilianischem Körpergefühl

 Eine ganz besondere Sportstunde erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 b am letzten Schultag vor den Herbstferien.

Noch etwas ungewohnt: Schüler der Klasse 8 b mit
exotischen Sportgeräten

Selten wurde in diesem Schuljahr eine Sportstunde so gespannt erwartet wie diese: In den Unterricht kam nämlich Frau Fillies vom TV Einigkeit Gladbeck, die sich bereit erklärt hatte die Stunde zu gestalten. Mit ihr kamen noch 20 kleine Helfer, die sie dabei tatkräftig unterstützten. Gespielt wurde diesmal nicht Fuß-, Hand- oder Volleyball, sondern Indiaca. Diese aus Brasilien stammende Sportart ist in den Dreißigerjahren durch den Sportlehrer Karlhans Krohn nach Europa gekommen. Das Spielgerät ist der Indiacaball, der mit der flachen Hand geschlagen wird.

Was zu Beginn sehr einfach aussah, entpuppte sich schnell als beachtliche Herausforderung.
Neben dem Geschick, den Ball gezielt dem Partner zuzuspielen, waren Konzentration, Körpergefühl und Reaktionsschnelligkeit gefordert – wobei einige Schüler denn doch recht bald an ihre Grenzen stießen. Am Ende der Stunde waren dennoch alle von dieser ungewöhnlichen Sportart begeistert.

 

 

Lucky zu Besuch

 Am 23. Oktober war es wieder einmal soweit: Tierschutzunterricht am Riesener-Gymnasium.

Fragen über Fragen. Gisela Lichterfeld im Gespräch mit
Schülern der Jahrgangsstufe 5

Was muss man wissen, bevor man ein Haustier kauft? Wovor müssen Tiere geschützt werden? Wieso werden Tiere oft schlecht behandelt? Nicht zum ersten Mal war Gisela Lichterfeld vom „Bund gegen den Missbrauch der Tiere“ (BMT) bei uns zu Gast, um mit Schülerinnen und Schülern der Erprobungsstufe diese und ähnliche Fragen zu diskutieren. Mitgebracht hatte sie ihren Hund Lucky, mit dessen anfänglichem Tierheimschicksal sie den Kindern sehr konkret vor Augen führte, was passieren kann, wenn man sich unüberlegt ein Tier anschafft. Gebannt folgten die Kinder ihren Ausführungen über Impfschutz und Fellpflege, Streicheleinheiten und Haltungskosten. Und die Frage, ob man ein engagierter Tierschützer sein kann, ohne selbst ein Haustier zu besitzen, beantwortete am Schluss nicht nur Frau Lichterfeld mit einem deutlichen „Ja“.

Anwesend war auch die australische Journalistin Eva Wutke, die den Unterricht für ihre Reihe „Living Planet“ beim internationalen Radiosender „Deutsche Welle“ dokumentierte. Die Sendung ist über www.dw-world.de/livingplanet abrufbar.

 

 

Wir haben es bald geschafft!

 In gemischten Teams arbeiten Schüler und Lehrer auch in diesem Herbst an der Verschönerung der Schulinnenräume.

Der hintere Durchgangsbereich erhält einen
Neuanstrich in den Farben unseres Schullogos

Dass Lehrer, Schüler und Eltern gelegentlich Klassenzimmer renovieren, kommt an vielen Schulen vor; seltener ist, dass nahezu der gesamte Schulinnenraum in Eigeninitiative neu gestaltet wird. Nach den Hauptkorridoren und den Treppenhäusern zeigen sich nun auch der hintere Durchgangsbereich im Hauptgebäude, der Kunstraum und der vordere Kellerflur in neuem Glanz; im Frühjahr wird dann noch dem Flur vor dem Lehrerzimmer mit Farbeimern, Rollen und Pinseln auf den gelblich-grauen Pelz gerückt. Trotz Mühsal und aufwändiger Logistik: So etwas schweißt auch zusammen. Und Lehrer wie Schüler haben längst festgestellt, dass man sich auf diese Weise doch einmal von einer ganz neuen Seite kennen lernt.

Auf Tournee

Am 24. Oktober hatten wir 6-er unseren ersten Bläserklassen-Auftritt außer Haus! Die Uhland-Grundschule hatte zum Herbstfest geladen und wir „Riesener“ sollten das Fest musikalisch eröffnen.

Wir, unsere Frau Klockenbusch und die Uhland-Grundschüler

Schon Tage vor dem Auftritt waren wir ganz aufgeregt und vieles musste im Vorfeld organisiert werden: 34 Instrumente, 34 Noten- und 34 Instrumentenständer, ein Schlagzeug und ein elektrisches Klavier mussten mit zur Uhlandschule und auch noch 34 Schultaschen, denn wir wollten zu Fuß mit Frau Klockenbusch zur Grundschule laufen, aber bitte ohne „schweres Gepäck“ auf dem Rücken! Am Freitagmorgen konnten wir uns in der Schule nur noch schlecht konzentrieren: Was sind schon Englischvokabeln gegen ein sauber klingendes „Es“ oder Mathe-Aufgaben gegen einen gelungenen Einsatz an der richtigen Stelle! Um das „Es“ machte ich mir wirklich Sorgen! Zu Hause hatte es ja (meistens!) geklappt, aber beim Konzert…?

Endlich war der Schulmorgen vorbei und nach einem kurzen Mittagssnack gingen wir dann mit Frau Klockenbusch zur  Uhlandschule. Unser besorgter Blick zum Himmel war unbegründet, kamen wir doch alle trocken an der Grundschule an! Leider fing es aber kurze Zeit später an zu regnen, so dass unser Auftritt in der Turnhalle stattfinden sollte! Schon während des Aufbaus schwirrten ganz viele Grundschüler um uns herum, am liebsten hätten sie sofort unsere Instrumente ausprobiert! Sie staunten, was wir da alles auspackten: Querflöten, Klarinetten, Trompeten, Saxophone, Posaunen und Euphonien! Ganz groß wurden ihre Augen: „Guck mal, das ist ja ´n komisches Instrument, ein Eupho…, wie hieß das noch mal? Hab ich ja noch nie gesehen!“ Die Turnhalle füllte sich immer mehr mit Zuhörern und auch viele unserer Eltern waren gekommen! In meinem Bauch rumorte es ein bisschen: Wenn bloß dieses verflixte „Es“ nicht wär…!

Endlich begann unser Auftritt!  Wir gaben fünf Stücke zum Besten und beim Spielen gab auch mein Bauch endlich Ruhe. Es war schon ein tolles Gefühl, hier mitspielen zu können und zu dürfen. Die Zuschauer applaudierten kräftig und konnten es zum Teil gar nicht glauben, dass wir als Blasorchester erst seit 15 Monaten zusammen spielen!

Ach ja, das „Es“ hat eigentlich ganz gut geklappt, und wer wissen will, wie eine Bläserklasse funktioniert oder wie ein Euphonium aussieht, der kommt einfach mal zum „Riesener“! Besucher sind jederzeit willkommen!