Balu-Projekt stärkt Gladbecker Schulkinder

WAZ, 28.11.2015

Oberstufenschüler des Riesener Gymnasiums kümmern sich ehrenamtlich in der Freizeit als große Freunde um Grundschüler der Lamberti- und Mosaikschule.

Wer hätte als Kind nicht gerne noch einen großen Kumpel gehabt, mit dem man was unternehmen und auch seine Probleme teilen kann? So einen verständnisvollen Typen wie ihn der Menschenjunge Mogli in Balu dem Bären im Disney-Zeichentrick findet? In Gladbeck gibt es jetzt 18 Kinder, etwa im Alter von neun Jahren, die alle ihren ,Balu’ gefunden haben.

Genauer gesagt – Kinder der Lamberti- und Mosaikschule und Oberstufenschüler des Riesener-Gymnasiums, 16 Mädchen und zwei Jungen, alle um die 17 Jahre alt. Die großen Kumpels wie ihre kleinen ,Moglis’ beteiligen sich an dem in diesem Schuljahr erstmals in Gladbeck gestarteten, bundesweiten Mentorenprogramm „Balu und Du“. das Grundschulkinder im außerschulischen Bereich fördert.

Angestoßen wurde es vom Büro für Interkulturelle Arbeit der Stadt. „Das Mentorenprojekt darf man aber nicht als Hausaufgaben- oder Erziehungshilfe missverstehen“, sagt Standortkoordinatorin Jeanette Staniczewski. Vielmehr gehe es um aktive Freizeitgestaltung wie eine Radtour, Fußballspielen oder einfach mal mit dem „Balu“ bummeln zu gehen. Mit dem Ziel, die Moglis in ihrer Persönlichkeit zu stärken, um die Herausforderungen des Alltags zu meistern.

Die ehrenamtlichen Balus erhalten von der Stadt ein monatliches Taschengeld von 15 Euro, damit sie ihr privates Schüler-Budget nicht mit Ausgaben für einen Busfahrschein, oder ein Eis für ihren Mogli belasten müssen.

Damit „Balu und Du“ verlässlich für mindestens ein Schuljahr läuft, verpflichten sich die teilnehmenden Schüler der 12. Jahrgangsstufe über einen Projektkurs für diese ehrenamtliche Arbeit. Bis zu den Herbstferien fand ein Vorbereitungskurs statt, und die Balus werden weiter mit einwöchigen Treffen begleitet. Über die gemeinsamen Aktivitäten berichten die Gymnasiasten in einem Balu-Tagebuch, das Hauptbestandteil einer in die Benotung einfließenden Projektarbeit ist. „Die Schüler erhalten zudem ein Zertifikat, das ihr soziales ehrenamtliches Engagement belegt, und das sie später prima für berufliche oder Stipendiats-Bewerbungen nutzen können“, erläutert Kooperations-Lehrerin Anja Vielhauer vom Riesener Gymnasium.

Unter Einbeziehung der Eltern wurden von den Grundschulleitungen Kinder für die Bewerbung als Mogli ausgesucht. „Jungen und Mädchen, die aus unserer Sicht Stärkung die ihrer Persönlichkeit verdient haben“, sagen die beteiligten Rektorinnen Cäcilia Nagel (Lamberti-) und Ute Kirsten (Mosaikschule). Darunter sind auch Kinder, deren berufstätige Mutter, weil alleinerziehend, weniger Zeit für Freizeitaktivitäten hat; oder das fünfte Geschwisterkind, dem individuelle Aufmerksamkeit gut tut. Bisheriges Fazit: Alle Kinder sind sichtlich begeistert von ihren Balus. Eine gute Sache, „so dass wir weitere Schulen ins Mentorenprojekt einbeziehen möchten“,  so Sozialdezernent Rainer Weichelt.

Marcus Esser

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