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Ausstauschschüler sagen in Gladbeck „Goodbye Deutschland!“

WAZ 04.07.2014

Es war eine tolle Zeit in Deutschland mit vielen neuen Eindrücken. Die US-Austauschschüler der Mount Si High School kehren nach zwei Wochen in Gladbeck jetzt in ihre Heimat nach Snoqualmie im Bundesstaat Washington zurück.

 

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We like! Die Austauschschüler aus Snoqualmie mit ihren Gastgebern vom Gladbecker Riesener-Gymnasium.  Foto: Lutz von Staegmann

Allerdings nicht alle, einige hängen sogar noch ein paar Ferientage dran.
„Goodbye Deutschland“ heißt es jetzt für die amerikanischen Austauschschüler, die aus Gladbeck in ihre rund 8000 Kilometer entfernte Heimat, Snoqualmie im US-Bundesstaat Washington bei Seattle zurückkehren. Zwei Wochen waren sie als Partnerschüler zu Gast in Familien, deren Kinder das Riesener-Gymnasium besuchen . Ein Aufenthalt, der sich als ganz privater Mosaikstein in die deutsch-amerikanische Freundschaft einfügt.
Vor fünf Jahren hatte Englischlehrer Sven Lutzka den ersten Austausch mit der Mount Si High School organisiert, und mit seiner Kollegin Beate Mrozek in der Deutschlehrerin Edina Kecse auf US-Seite eine verlässliche Partnerin zur Organisation der wechselseitigen Aufenthalte gefunden. „Der Austausch bietet eine gute Gelegenheit, um das Bild, das man von den USA oder Deutschland hat, mit eigenen Erlebnissen zu relativieren“, so die US-Amerikanerin.
„Ich wusste ja schon, dass es hier in Deutschland auf der Autobahn keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, aber der Verkehr ist schon deutlich hektischer als in Amerika, da fahren die Leute deutlich entspannter Auto“, erzählt Jessica (17). Schulkollege Kyle kam indes im Oberhausener-Einkaufspalast Centro ins Staunen. Nicht wegen des Konsumtempels an sich, über die öffentlichen Toiletten will der 17-Jährige berichten: „In den Staaten ist es völlig undenkbar, dass man im Einkaufszentrum für die Toilettenbenutzung extra bezahlen muss“, auch wenn die Räumlichkeiten wirklich schön sauber gewesen seien.

Immer nur Butterbrote, gar keine süßen Pfannkuchen

Auch an das deutsche Frühstück habe er sich erst gewöhnen müssen, „immer nur Butterbrote“; daheim liebe er die süßen Pfannkuchen oder auch deftiges wie Rührei. Jessica vermisste in ihrer Familie Cerealien und Obst. Und Jack berichtet der Gruppe von einem bizarren Speiseerlebnis, das für allgemeines Kopfschütteln und Gaudium sorgt: „So ein flaches Ding, das in Fett gebacken wurde, ein bisschen wie ein Burger-Fleischklops aussah, aber nach Kartoffeln geschmeckt hat.“ Und Apfelmus habe man auch noch „daneben auf den Teller gegeben“. Das Traditionsgericht Reibeplätzchen ist offensichtlich ein lukullischer Kulturschock.
Viel Lob gibt es indes für den öffentlichen Nahverkehr. „Bei uns im Vorort Fall City gibt es nur eine Buslinie, hier in Gladbeck kommt man in kürzester Zeit mit Bus oder Bahn überall hin. Das ist toll“, so Maddi (17). Und das Angebot werde sichtlich rege genutzt, „die Busse sind fast immer voll“, staunt Logan (16).

„Fußball mit der WM ist cool“, findet Roy (16)

Obwohl Football die angesagtere Sportart in den Staaten sei, „ist Fußball mit der WM cool“, meint Roy (16) der selber daheim im Fall City-Rovers Soccerteam kickt und stolz ein Deutschland-Trikot trägt. Ein Geschenk seiner Gastfamilie.
Nur zehn der Austauschschüler werden übrigens am Wochenende heim fliegen. Zehn bleiben und freuen sich auf weitere Fernreisende. Ihre Familien, die nach Deutschland herüberfliegen, um mit den Kindern im Urlaub das Austauschland weiter kennen zu lernen.
Marcus Esser