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Aktion Stolpersteine

Sieben Stolpersteine wurden am 31. März um 11.00 Uhr vor dem Haus in der Horster Straße 54 verlegt: für Angehörige der jüdischen Familien Kaufmann und Cohen, die hier einst wohnten und arbeiteten. Die meisten von ihnen überlebten den nationalsozialistischen Terror nicht.

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Mit abgewandtem Gesicht: Schüler der Klasse 10b bei ihrer Performance zur
Ausstellungseröffnung am 24. März

 Frau Ita Kaufmann: „Wenn heute im Jahre 2009 in Gladbeck vor dem Haus meiner Großeltern ein Zeichen gesetzt wird, dann bedeutet das für mich, dass es heute in Deutschland Menschen gibt, die dieses himmelschreiende Unrecht sehen und auf diese katastrophalen Verbrechen aufmerksam machen wollen. Es tut mir unendlich leid, dass mein Vater, für den die Rückkehr zu seinem Heimatort in den Fünfzigerjahren nur mit weiteren Schlägen, tiefem Gram und Trauer verbunden war, das heute nicht miterleben kann. Er kam damals mit seiner Frau, die er in Israel kennen gelernt hatte und die nie nach Deutschland wollte, und mit mir, seinem dreijährigen Kind, zurück und hat nur Ablehnung und Fremde vorgefunden.“ Spätestens bei diesen Worten dürfte den Schülergruppen der Erich-Fried-Schule und des Riesener-Gymnasiums, die das Schicksal der Familien rekonstruiert und die Patenschaft über die Stolpersteine übernommen haben, klar geworden sein, wie wichtig ihre Arbeit war und ist.
Im Rahmen der Beiträge zur Ausstellungseröffnung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zeigten Schüler der Klasse 10 b außerdem eine Performance, die nicht nur die Verbrechen der Nationalsozialisten an der Familie Cohen aufgriff (– Sarah Cohen wurde in Litzmannstadt ermordet, ihr Sohn Sigmund in Auschwitz – ), sondern auch den bürokratischen Umgang der bundesdeutschen Behörden mit Samuel Cohens 1958 von London aus gestelltem Entschädigungsantrag thematisierte. – „Sehr vielfältig, informativ und auch bewegend!“ „Ich bin begeistert, dass so viele Jugendliche sich für Geschichte interessieren.“ „Vielen Dank für diese wichtige und sensible Aufarbeitung vor allem durch die jungen Menschen.“ Inzwischen finden sich zahlreiche Eintragungen wie diese im Gästebuch zur Ausstellung. Mögen sie allen Beteiligten verdeutlichen, dass ihr Einsatz auch die Anerkennung der Gladbecker Bevölkerung gefunden hat!